Guy in the Bathroom

All der Partylust und dem Biergenuss zum Trotz müssen Mann und Frau dann früher oder später doch mal kurz verschwinden. Beide suchen dann gleichermaßen eilig das „stille Örtchen“ auf…

Gents.

Gents.

Die erste Tür drücken, die zweite ziehen – da steht ein Typ in der Toilette! Also, nicht in der Schüssel, nein, in dem Raum. Vielmehr bei den Waschbecken. Was zum Teufel macht der da?! Um die Waschbecken herum befinden sich Deos, Parfüm, Süßigkeiten, Kaugummis, Kondome… Warteschlangen sind zwar nicht üblich, hier gibts allerdings nicht genug Platz für alle. Ich bin zunächst zum Warten verdammt. Immerhin eine gute Gelegenheit die Situation genauer zu analysieren: Der Typ redet mit den sich Erleichternden, dreht ihnen den Wasserhahn auf bzw. zu, reicht Seife und Papiertücher und versucht anschließend Geruchswasser oder Schnuck an den Mann zu bringen. Spontan überlege ich mir, wie ich mit dem Typen umgehen soll:

  • Strategie #1
    So tun, als sei ich der englischen Sprache nicht mächtig bzw. schon so dicht, das Reden keinen Sinn mehr macht.
  • Strategie #2
    Ich gehe offensiv vor und gebe direkt zu erkennen, dass absolut kein Interesse besteht!

Es funktioniert beides 😀 Es gäb dann noch andere Geschichten: Von Claire, die den Kerl auch mal sehen wollte, von den Jungs, die unbedingt ein Foto mit ihm haben wollten, und von besonderes neugierigen Toiletten-Typen… und Sex-Angeboten.

Nichtsdestotrotz sollte Mann das nicht vom Feiern abhalten. Frau trifft auf keine Type, die Wasserhähne und Seifenspender manipuliert um ein wenig Geld zu verdienen. Das gibts nur auf dem Männerklo! Wann, wo und wie lange, das ist geheim 😉

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Take the trash out!

Mülltrennung hin oder her, zunächst landet er in Eimern, dann in Tonnen bis er schließlich auf der Müllhalde verschwindet. Denkst Du!

Die Briten üben sich auch in Mülltrennung. In meinem Zimmer und in der Lounge gibt es zwei Eimer: Einen für Papier bzw. Plastik und einen für den Rest. Wie das mit der Mülltrennung funktionieren soll, wurde auf einem Zettel illustriert, der auch in Zimmer und Lounge zu finden ist. Nett, oder? An der Uni gibt es zwar keine Erinnerungshilfen, aber vier Eimer: Grau ist für landfill waste (Restmüll), Rot für plastic and cans, Grün für white paper und Blau für paper. Is doch logisch*! 😉

Viele bunte Smarties

Mülltrennung bei Google? (Foto by alles banane via Flickr)

Mülltonnen gibts hier auch. Die werden im Clanny House an zwei in der Woche geleert. Neben den ganz großen Tonnen mit dem schwarzen Deckel gibts noch kleinere, bei uns übliche für Familien, mit blauem Deckel. Irgendwie soll darin auch weiter getrennt werden, was aber nicht wirklich funktioniert. Vielleicht, weil es keinen Aushang mit Anleitung gibt 😉 So findet sich dann alles darin, wenn nicht eh schon zuvor auf Mülltrennung verzichtet wurde… Alles easy!

Erstaunlicherweise gibts aber auch eine ganze Menge Leute, die den Satz „Take the trash out!“ wörtlich nehmen. Überall in der Stadt finden sich Zigarettenstummel, Plastikflaschen, Dosen, McDonald’s Tüten und so weiter und so fort. Am liebsten hab ich aber die Dinger, die sich in den Bäumen finden: Plastiktüten von Tesco & Co.

* Variationen möglich!

jellyfishsandwich

Sandwiches sind ’ne leckere, leicht und ziemlich fix zuzubereitende Sache. Es ist quasi die Leibspeise der Briten… Dass Geschmäcker unterschiedlich sind, ist bekannt, dass sie regional geprägt sind, auch, und das man immer mal etwas Neues entdeckt… das versteht sich.

The Lion's mane jellyfish

Image via Wikipedia

Denkt man an britisches Essen, dann denkt man vor allem an fish’n’chips. Eine fettige Angelegenheiten. In Deutschland gibt’s eben Döner 😉 Aber was essen wir Deutschen eigentlich immer zwischendurch, so als Snack? Hamburger, Pommes, oder ein Brötchen? Hat da jemand eine Antwort parat? Die Briten tendieren jedenfalls dazu, ein Sandwich oder Bap zu essen. Es ist quasi Leibspeise der Briten. Vom Thunfisch-Sandwich bis zum reinen Käse-Bap ist alles dabei. Die Beliebtheit dieses Gaumenschmauses spiegelt sich auch in der Verfügbarkeit wider: Im Zentrum Sunderlands gibt es alleine drei Gregg’s (eine Art Snackeria) in der Mall und in unmittelbarer Nähe weitere vier oder fünf. Selbstverständlich gibt es die Leibspeise der Briten nicht nur bei Gregg’s – sie ist nahezu überall verfügbar!

So schlecht sind die Dinger auch gar nicht. Man darf halt nicht drüber nachdenken – nicht über den Preis und auch nicht über die Zutaten. Vor einigen Tagen staunte ich aber nicht schlecht. Sunderland ist ja eine Küstenstadt und da kann man ja auch davon ausgehen, dass Fisch und Meeresfrüchte hier gerne verspeist werden. Ich staunte also über das Angebot: jellyfishsandwich! Zu deutsch: Quallen-Sandwich. Das hat mich schon stark irritiert und so ziemlich an den gelben Schwamm erinnert. Quallen essen? Ist das gesund?! Und wie bereitet man Quallen zu?! Der Laden hatte jedenfalls regen Zulauf!

Ich war dann doch neugierig – nein, essen wollte ich es nicht, aber mal ansehen. Ich hab dann rausgefunden, dass es sich gar nicht um Quallen handelte 😀 Puh, keine Quallenesserei. Es handelte sich definitiv um ein Jelly-Fish-Sandwich, also Marmelade mit Fisch auf Toast. Soll angeblich gut schmecken. Der Unterschied ist echt wichtig, wie ich dann später rausgefunden habe:

Britisch? Hoffentlich nicht! Alles nur Spaß! April, April 😛

Must be british!

London: Red Telephone Booths

London: Red Telephone Booths (Image by xgravity23 via Flickr)

Bitte was?! Genau das denke ich hier manches Mal. Nicht unbedingt, weil ich mein Gegenüber aufgrund sprachlicher Differenzen nicht verstanden habe, sondern vielmehr weil hier doch Einiges anders ist.

Ist das also ein Culture Clash? Bisher nicht, denn sonderlich stört mich der Typ auf der Toilette nicht, auch nicht, wenn man mich Darling nennt… Über einige dieser Begebenheiten werde ich demnächst berichten. Dafür gibt’s dann auch eine neue Kategorie: Must be british!

Wer Informationen zum Thema britishness sucht, der wird hier fündig: Annette Dittert berichtet in ihrem Videoblog London Calling auf tagesschau.de von den Eigenheiten der Briten – definitiv einen Klick und Blick wert! Zumal die Videos nicht sonderlich lang sind.

Ich bin auf eure Kommentare gespannt.
Vielleicht ist das ja auch alles gar nicht typisch britisch 😉